Verehrte Muslime!
Heute ist Freitag, der wöchentliche Festtag der Gläubigen. Es ist ein gesegneter Tag, an dem die Herzen Ruhe finden; eine gottgegebene Gelegenheit, die uns Woche für Woche neu mit Allah, mit unseren Geschwistern und mit unseren Werten verbindet. Im Koran heißt es: „O ihr Gläubigen! Wenn am Tage des Versammelns zum Gebet gerufen wird, dann eilt zum (gemeinsamen) Gedenken an Allah und lasst den Handel ruhen. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet.“[1] Dieser Koranvers macht deutlich, dass das Freitagsgebet weit mehr ist als eine persönliche Andacht. Den Freitag zu begehen heißt, Handel und Arbeit, Büro und Rechnungen, all die alltäglichen Sorgen für einen Augenblick beiseitezulegen und sich dem Schöpfer zuzuwenden.
Unser Prophet (s) hat den großen Wert des Freitags mit folgenden Worten beschrieben: „Der beste Tag, an dem die Sonne aufgeht, ist der Freitag. An diesem Tag wurde Adam erschaffen, an diesem Tag wurde er ins Paradies eingelassen, und an diesem Tag wurde er aus dem Paradies entlassen.“[2] Der Freitag ist also kein gewöhnlicher Tag. Er ist ein besonderer Augenblick, an dem die Tore der göttlichen Barmherzigkeit offenstehen, an dem Duâs Erhörung finden und an dem die Gläubigen in derselben Reihe zueinanderfinden.
Ein wichtiger Bestandteil des Freitagsgebets ist die Hutba. Eine Hutba ist nicht bloß eine Rede. Sie ist eine Ansprache an die Umma Muhammads (s), eine Erinnerung an die Botschaft Allahs. Die Gelehrten haben deshalb darauf hingewiesen, dass die Hutba Teil des Freitagsgebets ist. Deshalb ist es wichtig, der Hutba aufmerksam zuzuhören und Ohren wie Herz für ihre Botschaft zu öffnen. Unser Prophet (s) sagte: „Wenn du am Freitag, während der Imam die Hutba hält, zu deinem Nachbarn auch nur ‚Sei still!‘ sagst, hast du etwas Unwichtiges getan.“[3]
Liebe Geschwister!
Manchmal sehen wir, dass während der Hutba geredet wird oder manche sich mit ihrem Handy beschäftigen. Das ist unangemessen. Denn die Hutba ist eine Versammlung der Rechtleitung. Sie bereitet auf das Gebet vor. Diese Zeit gehört nicht den weltlichen Dingen, sondern dem Wort Allahs und der Botschaft des Gesandten.
Unser Prophet (s) hat empfohlen, vor dem Freitagsgebet die Waschung sorgfältig zu vollziehen, saubere und schöne Kleidung anzuziehen, einen angenehmen Duft aufzutragen und früh in die Moschee zu kommen. Denn ein Gläubiger achtet auf Körper und Herz zugleich, wenn er vor seinen Schöpfer tritt. Lasst uns darum wetteifern, früher in die Moschee zu kommen und in den vorderen Reihen Platz zu finden. Denn wer sich von der Moschee und von der Rechtleitung entfernt, der nähert sich den Einflüsterungen des Schaytân.
In einer weiteren Überlieferung sagt unser Prophet (s): „Wer die Waschung sorgfältig vollzieht, zum Freitagsgebet kommt, der Hutba zuhört und schweigt, dem werden die Sünden zwischen zwei Freitagen vergeben.“[4] Wer während der Hutba, etwas Unnützes tut, hat die Pflicht des Freitagsgebets nicht erfüllt. Lasst uns deshalb unseren Tag so planen, dass wir am Freitagsgebet teilnehmen können und Allahs Segen erhalten.
Möge Allah uns zu jenen zählen, die das Freitagsgebet verrichten, der Hutba aufmerksam zuhören und ihre Botschaft ausleben. Möge Allah unsere Herzen mit dem Segen des Freitags und unseren Verstand mit der Hutba beleben. Möge Allah unsere Einheit, unsere Geschwisterlichkeit und unsere Verbundenheit stärken und fortbestehen lassen. Âmîn!
[1] Sure Dschuma, 62:9
[2] Muslim, Dschuma, 18
[3] Muslim, Dschuma, 27; Buhârî, Dschuma, 36
[4] Muslim, Dschuma, 26
